Automatisch transkribiert (Whisper). Maßgeblich ist die Aufnahme.
Wissenschaftlicher Hinweis: Diese Podcastfolge fasst den zugrunde liegenden Essay in Gesprächsform zusammen und formuliert einzelne Befunde zugespitzt. Die exakten Studienergebnisse, Quellen und methodischen Einschränkungen finden Sie im Essay „18 KI-Zukünfte. In einer lebst du schon.“.
Wann hast du heute eigentlich zum ersten Mal eine KI etwas für dich entscheiden lassen? Oh, das ist eine sehr gute Frage direkt zum Start. Ja, oder? Also hast du vielleicht heute morgen eine E-Mail-Antwort einfach von einer App formulieren lassen oder blind die Route im Navi gewählt, obwohl du den Weg ins Büro eigentlich auswendig kennst? Wahrscheinlich haben die meisten das gar nicht bewusst gemerkt. Genau, das ist es. Und das ist auch der Ausgangspunkt unserer heutigen tiefgehenden Analyse. Wir warten ja irgendwie alle auf diesen riesigen lauten Weltuntergang durch künstliche Intelligenz. Terminator mäßig. Richtig. Große Explosionen, der eine alles verändernde Knall. Aber unsere Mission heute ist es zu verstehen, warum wir uns so sehr auf dieses spektakuläre Ende fixieren, dass wir komplett übersehen, wie wir schon heute und zwar geradezu freudig die Kontrolle abgeben.
Und dafür tauchen wir in einen extrem faszinierenden Essay ein. Der stammt von dem Psychotherapeuten Dirk Werner. Genau, der Titel ist schon genial. Ja, absolut. 18 KI-Zukünfte. In einer lebst du schon. Und das Spannende ist, Werner bringt da eine psychologische Perspektive rein. Er schaut nicht nur auf die Technik, sondern fragt, was macht das mit uns als Menschen? Okay, lass uns das mal aufdröseln. Es geht hier also nicht primär um Computercode oder Serverfarm. Es geht um menschliche Psychologie. Richtig. Aber bevor wir zu der Zukunft kommen, in der wir jetzt gerade schon leben, müssen wir uns vielleicht erst mal ansehen, welche Zukunft wir eigentlich erwartet haben, oder? Genau, wir müssen quasi einen Schritt zurücktreten.
Werner nimmt uns dafür mit ins Jahr 2017. Da gab es ein sehr einflussreiches Buch von dem Physikprofessor Max Tegmark. Ah, Life 3.0, richtig? Exakt. Tegmark hat damals versucht, so eine Art Landkarte zu zeichnen. Er hat zwölf Szenarien skizziert für genau den Moment, in dem die KI intelligenter wird als wir. Also die berühmte Superintelligenz. Genau. Und diese zwölf Szenarien kann man grob in drei Kategorien einteilen. Die erste ist, wir leben mit ihr. Also so eine Art Co-Existenz. Ja, wobei das sehr unterschiedlich aussehen kann. Tegmark nennt er zum Beispiel den Protector God, also einen beschützenden Gott. Das klingt irgendwie nach einer unsichtbaren Macht. Ist es auch. Das ist eine allmächtige KI, die uns im Hintergrund lenkt.
Fast wie so ein perfekter, unsichtbarer Therapeut. Und wir Menschen glauben dabei, wir wären völlig frei in unseren Entscheidungen. Wow, okay. Das ist fast schon ein bisschen gruselig. Oder eine andere Variante aus dieser Kategorie sind die sogenannten Descendants, also die Nachkommen. Ah, okay. Was passiert da? Da ersetzen uns die Maschinen zwar, aber wir sind quasi stolz auf sie. Wie auf extrem kluge Kinder, denen wir das Universum übergeben. Ein Aussterben mit Konfetti sozusagen. Naja, schön gesagt. Aber dann gibt es natürlich noch die zweite Kategorie. Wir verschwinden einfach. Die brutale Variante. Tegmark nennt sie die Conquerors, also Eroberer. Wo die KI uns als ineffizienten Störfaktor sieht und einfach beseitigt.
Klassischer Sci-Fi-Horror. Und die dritte Kategorie? Das ist der Versuch, das alles zu verhindern. Also entweder wir bauen einen totalitären Überwachungsstaat auf. So eine Art globales 1984. Oder wir löschen uns durch Kriege selbst aus, bevor wir die KI überhaupt fertig bauen können. Okay, das ist eine ziemlich wilde Landkarte. Aber was Werner in seinem Essay ja so faszinierend herausarbeitet, ist das gemeinsame Problem all dieser zwölf Szenarien, richtig? Absolut. Was hier wirklich faszinierend ist, Sie alle gehen von einem singulären Moment in der Zukunft aus. Von so einem magischen Klick. Genau, einem Klick, ab dem die Maschine übernimmt und die Menschheit merkt, oh, jetzt hat sich alles verändert. Weißt du, mich erinnert das total an so einen Science-Fiction-Film, wo die Leute auf der Straße stehen und auf eine Alien-Invasion warten.
Guter Vergleich. Die starren alle mit ihren Ferngläser in den Himmel und suchen nach den großen Raumschiffen. Und dabei übersehen sie komplett, dass sich das Ökosystem unten auf der Erde schon längst verändert hat. Die Luft riecht anders, neue Pflanzen wachsen aus dem Asphalt, aber alle schauen nur nach oben. Und diese Metapher trifft es perfekt. Besonders wenn wir uns mal die harte Datenlage anschauen, die Werner da ausbreitet. Weil die Zeit bis zu dieser Superintelligenz ja viel knapper ist, als wir das so im Alltag fühlen. Enorm viel knapper. Wenn man sich die Zahlen von Epoch AI ansieht, die werten das ja systematisch aus, dann vervielfacht sich die Rechenleistung für diese großen KI-Modelle seit 2010 jedes Jahr um das vier- bis fünffache.
Das ist schwer zu greifen. Ja und noch verrückter werden die Daten von der Organisation METR. Die haben Anfang 2026 gezeigt, wie schnell KIs lernen, komplexe Aufgaben zu übernehmen. Wie messen die das genau? In der Zeit, die ein menschlicher Experte für dieselbe Aufgabe bräuchte. Und METR hat festgestellt, dass sich diese Aufgabendauer, die eine neue KI bewältigen kann, alle 90 bis 131 Tage verdoppelt. Warte mal, alle 90 bis 131 Tage? Ja. Also was ein Expert in 8 Stunden schafft, kann das nächste Modell ein paar Monate später vielleicht schon in der Hälfte der Zeit. Und so weiter. Inzwischen können die Forscher Aufgaben, die einen Menschen länger als 16 Stunden kosten, gar nicht mehr zuverlässig messen.
Weil die KI das schon aus dem Messbereich sprengt? Genau. Die Modelle wachsen einfach aus den Testumgebungen heraus. Da stellt sich mir doch sofort die Frage, warum flippen wir da nicht völlig aus? Also wenn diese Werkzeuge uns in Monaten nicht in Jahrzehnten überholen, warum buchen wir entspannt den nächsten Urlaub und trinken unseren Kaffee? Da kommt Werners psychologischer Hintergrund ins Spiel. Er zitiert da eine sehr bekannte Studie von Wagenaar und Sagaria aus dem Jahr 1975. Aha. Und was haben die herausgefunden? Dass das menschliche Gehirn exponentielles Wachstum schlichtweg nicht kognitiv greifen kann. Wir denken also in Geraden, aber die Realität rechnet in Verdopplungen. Ganz genau. Wir denken 1, 2, 3, 4.
Die KI-Entwicklung macht aber 2, 4, 8, 16. Das können wir nicht fühlen. Und das bringt uns in eine ziemliche politische Sackgasse, oder? Ich mein, Warnungen gibt's ja genug. Oh ja. Unzählige. Erinnere dich an den Global Call for AI Red Lines vor der UN im Jahr 2025. Da haben hunderte Forscher gefordert, rote Linien zu ziehen. Und Forscher wie Geoffrey Hinton warnen ja auch ständig. Genau. Und das gipfelte dann im September 2026, als der US-Senator Bernie Sanders sogar ein Gesetz einbrachte. Er wollte Superintelligenz auf US-Boden verbieten und Verstöße mit bis zu 20 Jahren Haft bestrafen. 20 Jahre Haft für Programmierer. Das ist schon eine Ansage. Ja. Aber Werners neutrale Einordnung hierzu ist wichtig.
Wir stecken in einem klassischen Gefangenendilemma. Also in der Spieltheorie, wo alle kooperieren müssten, es aber keiner tut. Richtig. Alle im Raum wollen vielleicht bremsen, aber keiner traut sich. Weil wenn die USA bremsen, gewinnt China. Donald Trump hat das mal sehr klar formuliert. Wer bei KI gewinnt, gewinnt alles. Es geht also um absolute geopolitische Dominanz. Ein Verbot ist da völlig unrealistisch? Komplett unrealistisch. Sam Altman, der Chef von OpenAI, rechnet ganz offen damit, dass wir noch vor Ende dieses Jahrzehnts Modelle haben werden, die Dinge können, zu denen wir Menschen überhaupt nicht in der Lage sind. Das Rennen geht einfach unkontrolliert weiter. Und hier wird es für mich wirklich interessant.
Wenn selbst die Pioniere dieser Technologie und höchste Politiker wie der UN-Hochkommissar Volker Türk die Notbremse ziehen wollen, aber die Struktur dieses Wettbewerbs es einfach unmöglich macht, sind wir dann eigentlich nur noch Passagiere in einem führerlosen Schnellzug? Das ist ein sehr gutes Bild. Und weil dieser Zug nicht bremst, musste Werner die Karte von Tegmark auch erweitern. Tegmark hatte ja vor ChatGPT geschrieben. Was hat Werner denn hinzugefügt? Er hat Szenarien entworfen, die diesen magischen Klickmoment verwerfen. Die ersten drei sind technisch. Das erste ist die Stagnation. Also die KI wird einfach nie super intelligent und erreicht ein Plateau? Genau. Das zweite ist der KI-Kollaps. Da ist nicht die KI an sich böse und zerstört uns, sondern ein profaner Systemausfall.
Wie bei diesem CrowdStrike-Vorfall im Juli 2024. Exakt diese Analogie zieht Werner. Erinnerst du dich, da legte ein einziges Software-Update Flughäfen und Krankenhäuser weltweit lahm. Ja, das war totales Chaos. Und je abhängiger wir von KI werden, desto tödlicher ist natürlich so ein Ausfall. Okay, und was ist das dritte technische Szenario? Die Fragmentierung. Es gibt keinen einzelnen globalen KI-Sieger, sondern ein weltweites Chaos aus konkurrierenden Systemen. Das klingt erst mal anstrengend. Ist es auch, aber wenn wir das mit dem Großen Ganzen verbinden, ist hier etwas faszinierend. Einige Forscher fordern das inzwischen sogar als Sicherheitsstrategie. Zum Beispiel in dem Papier AI 2040. Fragmentierung als Schutz? Wie soll das gehen?
Unordnung schützt vor der absoluten Macht eines einzigen Systems. Ah, ich verstehe. Das ist wie in der Architektur. Anstatt einen langen, geraden Flur zu bauen, der super effizient ist, baut man absichtlich ein extrem chaotisches Labyrinth. Interessanter Vergleich. Es ist zwar furchtbar langsam und man verläuft sich, aber es verhindert eben auch, dass ein Fehler oder ein Angreifer sofort in einem Rutsch durchs ganze Gebäude marschiert. Das trifft es sehr gut. Aber Werner lässt es nicht bei der Technik bewenden. Als Psychotherapeut interessiert ihn natürlich besonders der menschliche Faktor. Wie zerbricht unsere Gesellschaft unter diesem Druck? Und da sind wir dann bei der sogenannten Bifurcation, richtig? Genau. Die Spaltung. Die Menschheit teilt sich in zwei Spezies.
Die einen verschmelzen mental oder sogar physisch mit der KI und die anderen verweigern sich radikal. Gibt es diese Verweigerer denn heute schon? Ja. Der UN-Hochkommissar Volker Türk hat 2026 schon gewarnt, dass eine wachsende Zahl von Menschen KI komplett ablehnt. Es entstehen zwei völlig isolierte Wissenswelten, die nicht mehr miteinander reden können. Da muss ich aber mal kurz kritisch nachhaken. Ist diese Bifurcation, also dieser harte Schnitt zwischen Nutzern und Verweigerern, nicht im Grunde eine Illusion der Verweigerer? Wie meinst du das? Naja, die Welt um sie herum wird auch ohnehin von KI gesteuert. Stromnetze, Lieferketten, Finanzen. Können diese Verweigerer überhaupt eine eigene Welt aufrechterhalten? Oder spielen sie ihre Rebellion in einem Sandkasten, den die KI Ihnen freundlicherweise übrig lässt?
Das ist ein exzellenter Punkt. Und das führt uns direkt zu Werners nächstem Szenario, der stillen Entmachtung. Stille Entmachtung? Ja, in Sci-Fi-Dystopien werden Menschen ja oft unterdrückt oder versklavt. Hier nicht. Wir werden einfach nicht mehr gebraucht. Weder ökonomisch, noch politisch, noch kulturell. Wir werden überflüssig. Werner nennt uns die Rentner der Geschichte. Das System funktioniert perfekt ohne uns. Rentner der Geschichte, das ist echt ein hartes Bild. Und warum wehren wir uns nicht dagegen? Und da sind wir beim absoluten Kern des Essays. Szenario 18, das auch den Titel gibt. Graduelle Normalisierung. Okay, das ist also kein Endzustand, sondern der Weg dahin? Ganz genau. Es ist der psychologische Weg in die stille Entmachtung.
Forscher wie Jan Kulveit haben das 2025 als Gradual Disempowerment definiert. Die KI übernimmt nach und nach, weil sie es schlicht besser kann. Und unser Nervensystem hindert uns daran, uns zu wehren. Inwiefern das denn? Werner erklärt das mit dem Shifting Baseline Syndrome. Ein Konzept aus der Umweltforschung von Daniel Pauly aus dem Jahr 1995. Umweltforschung? Wie passt das zusammen? Pauly hat das bei den Ozeanen beobachtet. Jede Generation hält den Zustand, in den sie hineingeboren wird, für absolut normal. Wer an einem leeren Meer aufwächst, in dem es kaum noch Fische gibt, der vermisst die großen Fischschwärme der Vergangenheit nicht. Er kennt sie ja gar nicht. Ah, okay. Und das übertragen wir auf die KI?
Exakt. Wir gewöhnen uns an jeden noch so kleinen KI-Schritt. Und das liegt an der Psychologie der Delegation. Weil es bequem ist? Richtig. Jede Abgabe an die KI bringt uns sofort einen messbaren Gewinn. Weniger Stress, eine schnellere E-Mail, eine sofortige Übersetzung. Die Kosten, also die Entmachtung, liegen weit in der Zukunft und sind total abstrakt. Also was bedeutet das alles? Wir delegieren uns im Grunde selbst ins Abseits. Das erinnert mich extrem an unseren Orientierungssinn durch GPS. Oh ja, das perfekte Beispiel. Wir haben dem Navi ja nicht in einem einzigen dramatischen Moment feierlich unsere Fähigkeit übergeben, Karten zu lesen. Wir haben einfach tausendmal hintereinander die angenehme Abkürzung genommen.
Und heute finden wir ohne Handy nicht mal mehr zum Bäcker. Genau, wir opfern unsere Eigenständigkeit für Bequemlichkeit. Es fühlt sich ja an wie eine Erleichterung. Aber es gibt doch sicher auch Gegenargumente, oder? Forscher, die das nicht so dramatisch sehen. Natürlich. Forscher wie Arvind Narayanan, Sayash Kapoor oder auch der Ökonom Tyler Cowen argumentieren, KI sei eine ganz normale Technologie. Wie Elektrizität. Elektrizität hat uns ja auch ermächtigt, nicht entmachtet. Genau deren Argument. Sie sagen, KI macht juristisches Wissen oder programmieren plötzlich für alle zugänglich. Sie befähigt uns. Das wirft eine wichtige Frage auf. Wenn Werkzeuge uns das mühsame Durchforsten von Dokumenten abnehmen, ist das dann wirklich Entmachtung? Oder ist das nicht einfach das Ende einer ineffizienten Ära?
So ähnlich, wie wir heute keine Brunnen mehr graben müssen, um an Trinkwasser zu kommen. Das ist die entscheidende Frage. Und Dirk Werners These dazu lautet, Delegation wird genau dann zur Entmachtung, wenn der Weg zurück verschwindet. Okay, und verschwindet dieser Weg denn schon? Ja. Und Werner liefert dafür harte Beweise. Er zitiert eine Studie von Pew Research aus dem Jahr 2025. Die haben sich angeschaut, was passierte, als Google anfing, KI-Zusammenfassungen über den normalen Suchergebnissen anzuzeigen. Die Nutzer klickten plötzlich nur noch zu 8% auf externe Links. Ohne die KI waren es vorher 15%. Okay, das ist schon ein Einbruch. Aber jetzt kommt das wirklich Erschreckende. Die eigentlichen Quellen, also die Artikel, aus denen die KI ihre Zusammenfassung gebaut hat, die öffnete fast niemand mehr.
Etwa ein Prozent. Warte, ein Prozent? Richtig. Das heißt, 99% lesen nur noch das, was die KI ausspuckt? Richtig. Und das löst eine tödliche Spirale aus. Wenn niemand mehr klickt, verdienen Verlage und Journalisten kein Geld mehr mit Werbung oder Abos. Und wenn die kein Geld mehr verdienen, schreibt keine mehr neue Artikel? Exakt. Es werden keine neuen, von Menschen erstellten Primärquellen mehr generiert. Der Rückweg, also die Möglichkeit, sich selbst aus Originalquellen tief einzuarbeiten, der wird uns von keiner bösen KI verboten. Er wächst einfach zu, weil die intellektuelle Infrastruktur wegbricht. Das hast du perfekt zusammengefasst. Wir schaffen den Rückweg einfach ab, weil ihn niemand mehr benutzt? Wahnsinn. Lass uns das nochmal für alle zusammenziehen.
Wir verbringen so viel Zeit damit, auf dieses große Terminator-Szenario zu warten. Oder auf einen globalen Friedensvertrag in Genf, der uns rettet. Aber in Wirklichkeit findet diese Übergabe der Macht jeden Tag völlig unbemerkt auf unseren Smartphones statt. Nicht durch einen feindlichen Akt, sondern durch unsere eigene Bequemlichkeit. Und genau da musst du dich, wenn du uns gerade zuhörst, selbst fragen. Was hast du heute schon an eine Maschine abgegeben, ohne es zu merken? Formulierst du deine Texte eigentlich noch selbst? Wägst du Widersprüche noch ab? Triffst du die Entscheidungen? Wir haben absolut keinen Back-up-Plan für eine Welt, deren Infrastruktur unsere menschliche Teilnahme bald schlichtweg nicht mehr benötigt. Und das bringt mich zu einem letzten echt provokanten Gedanken, den man mal mit in den Tag nehmen kann.
Wenn wir uns durch KI wirklich so eine Welt erschaffen, die vollkommen reibungslos ist und uns jeden intellektuellen Aufwand abnimmt, was passiert dann eigentlich mit unserer menschlichen Frustrationstoleranz? Oh, das ist ein starker Gedanke. Ich meine, vielleicht sind es doch gerade diese Momente der kognitiven Reibung, der Langeweile und des anstrengenden Grübelns, aus denen unsere größten, völlig ungeplanten Durchbrüche überhaupt erst entstehen. Wenn die KI uns diesen Schmerz des Denkens einfach abnimmt, heilen wir uns dann am Ende vielleicht von genau der Eigenschaft, die uns als Spezies überhaupt erst innovativ gemacht hat? Darüber lohnt es sich definitiv mal länger nachzudenken. Wir verabschieden uns für heute und hoffen, ihr nehmt einige spannende Gedanken aus dieser Analyse mit.
Bis zum nächsten Mal.
Ergänzungen zur Einordnung sind im Transkript gekennzeichnet.